Ernstfall im Eis geprobt

Freiwillige Feuerwehr Hennigsdorf steigt in kaltes Wasser und übt Rettung von Menschen

Die anhaltenden Minusgrade locken viele Waghalsige auf gefrorene Tümpel, Fließe und Gewässer. Die Schollen auf der Havel, insbesondere auch Eis auf dem Nieder Neuendorfer See, lassen die Blicke der Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Hennigsdorf deshalb besonders wach über die Szenerie gleiten. Verunglückte Personen aus einem winterkalten, mit Eis überzogenen Gewässer zu ziehen, will daher auch geübt sein.

So ein Einsatz in Spezialanzügen und mit Hilfsmitteln wie Eisrettungs-Kits, Eispicker und Sicherheitsleinen bei Temperaturen deutlich unter null ist nicht einfach. Jede Minute zählt, wenn es um Menschenleben geht. Und die Sicherheit der Feuerwehrkameraden darf ebenso nicht aus dem Blick geraten.

Die Personenrettung ist das ganze Jahr über notwendig, berichten die Feuerwehrmitglieder aus Hennigsdorf. Deshalb ist sie immer Teil der Ausbildung. Das Trainieren schult und lässt im Ernstfall Abläufe selbstverständlicher vonstattengehen. Besondere Techniken sind zu proben, wenn es auf ein gefrorenes Gewässer geht, das nicht trägt. Aber auch das Retten von Menschen aus Unfallfahrzeugen, brennenden Häusern, aus tiefen Schächten oder aus großen Höhen gehört dazu.

In diesem Jahr haben die Hennigsdorfer Einsatzkräfte den Winter und gefrorene Gewässer genutzt und intensiv trainiert, Personen vom oder aus gefrorenem Wasser zu versorgen und zu retten. „Wichtig ist natürlich immer, dass sich der Retter nicht selber in Gefahr bringt“, macht Feuerwehrmann Marko Nägel, auch zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, deutlich. Er selbst ist ins Wasser gestiegen – eine große körperliche Herausforderung. Der Retter sollte immer durch eine weitere Person an Land gesichert werden, rät er, am besten durch eine Leine. Auf dünnem Eis sollte man sich kriechend vorwärtsbewegen. Wenn möglich, sogar die Auflagefläche durch Hinlegen auf dem Eis vergrößern.

Die einfachste Rettung ist natürlich, wenn sich der zu Rettende in Ufernähe befindet, durch das Zuwerfen eines Rettungsringes. Dieser hat im besten Falle ebenfalls eine befestigte Leine um den zu Rettenden so an Land ziehen zu können. Das Zuwerfen eines Seiles reicht ebenfalls aus, wenn der zu Rettende noch über Kraft verfügt, um sich daran festzuhalten oder sich daran herauszuziehen.

Muss der Retter aufs Eis, dann kann eine aufgelegte Leiter die Auflagefläche vergrößern, mit der sich der Retter dann zu dem zu Rettenden begibt. Eis- und Wasserrettungsausrüstung ist in Hennigsdorf vorhanden. Die Anzüge schützen vor Unterkühlung. Mit einem Board, an dem auch eine Armschlaufe befestigt ist, lässt sich das Opfer außerdem wie mit einem Seilzug auf das Brett hieven und an Land schieben oder ziehen. Im besten Falle wartet dort dann schon der Rettungsdienst.